DomSpielbericht Testspiel  Rot Weiß Billig - TuS Dom Esch 2 0:4

Am Mittwoch dem 01.02.2006 bestritten wir unser 2. Testspiel gegen den TuS Dom Esch II.

Erneut wurde vor dem Spiel deutlich über die einzelnen Positionen gesprochen und wo der Gegner gestellt und unter Druck gesetzt werden sollte - Gerade wegen des verschneiten Platzes sollte durch sicheres Positionsspiel dem Gegner die Möglichkeit genommen werden sicher nach vorne zu spielen.

Leider konnten wir das überhaupt nicht umsetzen. Gleich zu Beginn ließen wir uns von der spielerisch starken Gastmannschaft vorführen, weil es uns zu keinem Zeitpunkt gelang ein enges Feld zu gestalten, in dem ein Passspiel schwer bis unmöglich wird. Hauptgrund lag in einem ausgesprochen zögerlichen Verhalten in Bezug auf Angriff des Ballführenden im vorderen Mittelfeld. Dadurch konnten ungehindert lange Bälle über die Abwehr gespielt werden, woraufhin sich unsere Abwehr immer weiter zurückzog. Das zurückziehen ist wenn das Mittelfeld attackieren soll jedoch nicht förderlich, da hinter dem offensiven Mittelfeld so die Löcher entstehen, in die der Gegner dann einfach eindringen kann. Daher entsteht das Gefühl ständig in Unterzahl zu sein. Logische Folge ist, das die Abwehr immer mehr Leute zurückzieht, bis eine Entlastung unmöglich wird, weil es vorne keine Anspielstation mehr gibt. So war es die komplette erste Hälfte ein Spiel auf unser Tor mit einer völlig konfusen, immer nur reagierenden Billiger Mannschaft. Statt den Ball laufen zu lassen und die vorhandenen Räume zu nutzen, liefen wir mit dem Ball oder schlugen diesen völlig unkontrolliert nach vorne. Da kaum noch einer vorne war, kam der Ball postwendend zurück.

Wäre Dom Esch an allen Positionen gut besetzt gewesen, hätten wir zur Halbzeit deutlich zurück liegen müssen.

Geärgert haben mich nicht die unzähligen Stellungsfehler, daran arbeiten wir ja gerade, sondern die mutlose Präsentation. Waren wir in Ballbesitz, war kein Druck nach vorne erkennbar, hinten raus und stehen bleiben ist Angsthasenfussball. Wer sich ohne Ball nicht bewegt, sondern auf einen Traumpass in den Fuss wartet kriegt meistens dass was wir bekommen haben, eine Vorführung am Nasenring.

Im Detail sah das in der ersten Halbzeit so aus:

Der Gegner kommt ohne Gegenwehr in aller Ruhe mit Ballbesitz auf unsere offensive Mittelfeldreihe zu. Dort wird attackiert, was allerdings hoffnungslos sein musste, weil Stefan es zuließ, dass sich die Abwehr bereits 30 Meter zu tief am eigenen 16er aufstellte. Die Stürmer und Mittelfeldspieler versuchen also vorne mit 3 Mann gegen 5 Gegner bei 40 Meter freiem Raum den Ball zu erobern. Weil hinter Ihnen aber auch noch zusätzlich ein Loch von 30 Metern ist, spielen die den Ball einfach und leicht da hinein. Also werden wir vorne überlaufen und sind hinten in Unterzahl. Wären wir auf dem besprochenen Raum stehen geblieben und hätten die Anspielstationen der Abwehrspieler aggressiv zugestellt, hätten die Jungs vorne wenigstens ein Chance den Ball zu erobern.

Die Entschuldigung das ein schneller Stürmer ausreicht die Abwehr so weit nach  hinten zu ziehen die einzige Möglichkeit sei gilt nicht. Der Platz war schlecht bespielbar, hohe Bälle fast nicht mehr erreichbar, wenn einmal auf dem Schnee aufgekommen. Zudem sind wir hinten auch sehr schnell bestückt. Also fehlt es an Mut, ein Laufduell zu riskieren. Wir sind auch wer und gerade hinten sehr schnell. Statt den Stürmer immer weiter in die Abwehr zu locken (siehe auch Wißkirchen 2), sollte das Anspiel bereist verhindert werden. Das geht aber nur wenn aggressiv zugestellt wird und wir die Überzahl am Ballführenden schaffen. Dazu muss jeder - wirklich jeder auf dem Platz - mitdenken und sich nicht auf die Verteidigung sondern auf die Eroberung des Balles konzentrieren. Der Abwehrchef soll dass defensive Mittelfeld von hinten organisieren und nicht zurückziehen aus dem Bereich wo es gilt. Verschieben ist kein 'KANN' sondern ein 'MUSS'. Die Abstände zwischen den Reihen DÜRFEN nicht größer als 10- maximal 15 Meter sein. Das heißt wenn es zurückgeht, dann mit allen!

Also sollte in der zweiten Halbzeit wieder Fussball gespielt werden. Mehr Mut zum spielen, denn dass macht mehr Spass als hinter her laufen. Mehr Mut zum Ball halten, mehr Mut bei der Ballereoberung. Das lief dann auch besser, obwohl 3 Tore kassiert wurden, in Situationen in denen eigentlich nichts anbrennen darf. Jede Torchance des Gegners entstand aufgrund von Stellungsfehlern.

Bei Ballbesitz wurde jetzt auch Fussball gespielt. Torsten zeigte was er kann, Mätti spielte ebenfalls deutlich verbessert im zentralen Mittelfeld (vorher offensiv links). Achim und Carsten brachten mehr Ruhe in den Aufbau. Wir erspielten jetzt sogar Torchancen, insbesondere über Torsten, der aber zu überhastet abschloss oder in den 16er spielte. Mehr Ruhe und wir hätten das eine oder andere Tor machen können. Ebenfalls stark verbessert zeigte sich Marco als Stürmer.

In der zweiten Halbzeit spielten wir wieder ein 3-5-2 wie zu Beginn der Saison. Das funktionierte besser, weil die Spitzen jetzt im Zentrum näher beieinander stehen und so der Ball besser gehalten wurde.

Allerdings funktionierte unser Defensivverhalten nach wie vor nicht, weil einige nicht in Tritt kamen. Dies liegt sicher auch an dem extrem hohen Trainingspensum. Doch gerade daher ist es erforderlich, dass die Jungen Spieler sich nicht so schnell das Handtuch schmeißen, nicht bei jedem Fehler nervös werden, sondern mit Freude weiter arbeiten. Wer keine Fehler macht lernt auch nix. Wenn ein Fehler passiert, sind die Kolllegen auch noch da. Wenn dem Torwart ein Fehler passiert, sollte jeder über seine Mängel nachdenken, bevor er Kritik übt. Nur im Kollektiv, wenn alle mit 100% dabei sind sind wir wiklich gut. Das sollte für jeden ein Ansporn sein an seinen eigenen Defiziten zu arbeiten. Im nächsten Spiel werden wir das wieder gerade biegen.



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